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Die Geschichte eines Klassikers

 

Die Sinn 103

Die Beständigkeit der Sinn 103 macht dieses Modell zum Klassiker. Die Modellreihe 103 überdauert Generationen und zählt immer noch, nicht nur durch ihre Kompromisslose Funktionalität und das Design eines Bordinstrumentes, zu einem untrennbaren Stück Zeitgeschichte des Unternehmens Sinn Spezialuhren. In der selbst für mich fast unüberschaubaren Welt der Chronographen aus der Ära von Helmut Sinn, schafft es die Modellreihe der 103, bis heute als Leader Modell ihren Platz im Produktportfolio des Unternehmens durch die Vielzahl der Modellvarianten zu bestätigen.

 

Ich widme mich in dieser Serie einigen der seltenen unter ihnen, die Sinn 103 Compax.

 

Wie alles anfing, die Sinn 103 Compax

 

Die Geschichte der Sinn 103 begann eigentlich ende der 60er Jahren mit der Sinn 103 Compax.

 

Die Sinn 103 Compax entstand in einer Zeit als die Uhrenindustrie ins schwanken geriet.   Die Quarzuhrenkrise bedrohte ab 1970 die Uhrenindustrie und war eine langfristige wirtschaftliche Krise in der viele Unternehmen in Konkurs gingen. Durch die fast vollständige Verdrängung der mechanischen Uhren durch die Quarztechnologie sank massiv die Zahl der Beschäftigten in der traditionellen Uhrenbranche.

 

Kleinere Hersteller wie Helmut Sinn blieben sich treu und ließen weiterhin mechanische Uhren montieren. So bediente sich Helmut Sinn in dieser Zeit von vielen Lieferanten und kaufte so manchen Restbestand an Gehäusen, Werke und Teile von Breitling, Gallet und Excelsior Park auf.

 

Es wurden auch Gehäuse von Jaeger, Breguet und Mathey-Tissot für seine 103 Modelle verwendet. Diese Modelle erschienen nicht zeitgleich sondern wurden von Helmut Sinn erst nach dem offiziellen Verkauf der einzelnen Hersteller angeboten.

 

Zwischen 1966-1968 veröffentlichte Helmut Sinn seine erste 103 Compax.

 

Die erste Serie der Sinn 103 Compax entsprach dem Entwurf und Design der LeCoultre Referenz E2643 auch als „The Shark“ oder „Shark Deep Sea“ bekannt.

 

In ihr verrichtet ein Valjoux Kaliber 72 mit Schaltrad-Chronographen seine Dienste.

 

 

LeCoultre Ref. E2643

Jaeger-LeCoultre Ref. E2643

Sinn 103 - Valjoux 72

Spätere Modelle haben den "T Swiss T" Aufdruck und wurden ab Anfang 1970 bis 1974 montiert, die Sinn 103 mit vergoldetem Valjoux 726 tauchen immer wieder mal vereinzelt auf.

 

Diese Übergangsmodelle mit Valjoux 726 sind die Uhren die nach 1974 und bis ca. 1978 montiert wurden.

 

Nachfolge Modell der Sinn 103 mit Valjoux 72 war die Sinn 103 A "Big Eyes" mit großen weißen Totalisatoren und Valjoux 726.

Sinn 103 A - Valjoux 726

Breguet Type XX Civilian

Sinn 103 B - Valjoux 726

Seine Kontakte zu Breguet und Mathey-Tissot deren Eigentümer Helmut Sinn sehr gut vom Flugplatz kannte, war entscheidend für diese Modellreihe.

 

Inspiriert von Borduhren im Cockpit der Flugzeuge und für Flieger konzipiert entstand in den 70er Jahren die Sinn 103 B mit Valjoux Kaliber 726.

 

Auch bei diesem Modell entsprach der Entwurf und das Design einem anderen Vorbild, nämlich der Fliegeruhr von Breguet Type XX Civilian.

 

Mathey-Tissot Tachometer

Sinn 103 C - Valjoux 726

In geringer Stückzahl erschien die Sinn 103 C, auch hier war es kein eigenes Design von Sinn sondern entsprach dem Entwurf und Design der Mathey-Tissot Tachometer.

 

Das Gehäuse ist bei allen gezeigten Modelle identisch und auch die Seriennummern befinden sich in der jeweiligen Range.

 

Das lässt darauf schließen, dass es sich um den gleichen Gehäusehersteller handelt.

Jaeger 4ATM

Sinn 4ATM - Valjoux 72

Diese ist eine meiner Lieblingsstücke die seltene Sinn 103 4 ATM, dieses Modell wurde als Panda Dial und als Reverse Panda in sehr geringen Stückzahlen von Helmut Sinn angeboten.

 

Entwurf und das Design dieses Modell erschien in den Jahren 1968 – 1971 bei Jaeger für den französischen Markt in einer Auflage von ca. 100 Stück.

 

Ende 1972 nach dem offiziellen Verkauf der Jaeger 4 ATM durch Jaeger kaufte Helmut Sinn  die verbliebenen Restbestände und vermarktete diese dann als  Sinn 103 4 ATM.

Die Anfänge der neuen Sinn 103

Die Modelle ab ca. 1988 nenne ich die 3. Generation und sind die Vorreiter der heutigen Sinn 103. Sie erschienen mit Automatik Valjoux 7750 und Handaufzug Valjoux 7760.

 

Die ersten Handaufzug Modelle hatten ein Girard-Perregaux Submariner Gehäuse.

 

Es wurden nur geringen Stückzahlen montiert, erst mit den neuen Gehäusen dessen Form bis heute noch nahezu unverändert ist,kamen große Stückzahlen.

 

Das war die eigentliche Geburtsstunde der 103 mit großen Stückzahlen bei Sinn Spezialuhren.

 

Bis dahin bediente man sich von Zukäufen und Restbeständen anderer Hersteller.

Sinn 103 B Automatic

Sinn 103 B Hd

Sinn 103 A Hd SA

SINN 103 B SA HD MOND

Die Sinn 103 mit Mondphase wurde zwischen 1993 - 1995 gerade in der Umbruchphase von Helmut Sinn zu Lothar Schmidt in einer Stückzahl von nur 600 verkauft. Wenige hatten Saphirglas und Saphirglas Boden, da der Verkaufspreis deutlich höher lag als bei der Acrylglas Variante.

 

Die Sinn Mondphase gab es als Handaufzug mit Valjoux 7768 und Automatik mit Valjoux 7758. Die ersten haben das alte Sinn Logo mit dem Langgezogenen "S", die frühen Automaten hatten den Automatic Schriftzug mit "C" und später dann ab 1995 mit neuem Sinn Logo und Automatik mit "K".

 

Es handeln sich um einige der letzten Modelle die noch unter der Regie von Helmut Sinn gefertigt wurden.